Heute kochen wir nicht.
Natalja öffnete langsam ihre Jacke.
Ihr Magen zog sich vor Hunger zusammen.
Seit dem Mittag hatte sie nichts gegessen und sich die Kantine verkniffen, um wenigstens etwas für diese verfluchte Kaffeemaschine zurückzulegen.
— Was heißt hier — wir kochen nicht?
— fragte sie nach und ging in die Küche.
— Ich habe Hunger.
Ich habe Fisch gekauft, Seelachs im Sonderangebot.
Ich werde den Fisch braten und essen.
Sergej stand sofort in der Küchentür.
Sein Gesicht verzerrte sich zu einer Mischung aus Entsetzen und Wut.
— Bist du völlig bescheuert?
— schrie er im Flüsterton, um offenbar das Kleid nicht zu erschrecken.
— Was für ein Fisch?!
Hast du eine Ahnung, was für ein Gestank hier stehen wird?
Der Stoff zieht den Geruch von gebratenem Öl und deinem billigen Fisch in sich hinein!
Ich verbiete dir, den Herd anzumachen.
Natalja holte schweigend das Paket mit dem aufgetauten Fisch aus der Tasche.
Der glitschige, kalte Fischkörper klatschte auf das Schneidebrett.
Der Geruch von rohem Fisch stieg sofort in die Nase und mischte sich mit dem Aroma der Feuchtigkeit.
— Ich will essen, Serjoscha, — sagte sie monoton und holte die Pfanne heraus.
— Ich habe den ganzen Tag gearbeitet, um deiner Schwester ein Geschenk zu kaufen.
Ich habe das Recht, in meinem eigenen Zuhause zu Abend zu essen.
Wenn deiner Iröckchen ihr Kleid so teuer ist, soll sie es in einem Bankschließfach oder in einer Luxussuite lagern und nicht in unserer verschimmelten Höhle.
— Du Miststück… — stieß Sergej hervor.
— Du machst das absichtlich.
Du tust das aus Bosheit.
Du willst nur alles ruinieren, weil dich der Neid zerfrisst!
Er sprang zum Herd und riss ihr die Pfanne aus der Hand.
Das Gusseisen krachte gegen die Spüle und hätte beinahe die Emaille abgesprengt.
— Friss trockenes Zeug!
— schrie er nun ohne jede Zurückhaltung.
— Mach dir ein Butterbrot!
Brüh dir eine Instantnudel mit kochendem Wasser auf, da ist weniger Dampf!
Aber ich lasse nicht zu, dass du deinen stinkenden Fisch neben einem Kleid für zweihunderttausend brätst!
Begreifst du eigentlich, wer du bist und wer sie ist?
Ira ist die Braut, sie hat ihr Fest, sie ist die Königin dieses Tages!
Und du… du bist nur das Dienstpersonal, das schweigen und nicht auffallen soll.
Deine Aufgabe ist es, das Geschenk zu kaufen und die Luft nicht mit deiner Anwesenheit zu verderben!
Natalja stand da und drückte den unteren Rücken gegen die kalte Kante der Arbeitsplatte.
Die Worte ihres Mannes fielen in die Stille wie schwere Steine in trübes Wasser.
„Dienstpersonal.“
Also so war das.
Fünf Jahre Sparen, fünf Jahre Unterstützung, fünf Jahre gemeinsames Leben — alles war auf die Funktion einer Bedienung für seine erhabene Familie zusammengeschrumpft.
— Gib mir die Pfanne zurück, — sagte sie in eisigem Ton.
In ihr klickte etwas und starb.
Für immer.
— Nein, — Sergej nahm den Fisch vom Brett und warf ihn in den Mülleimer.
— Da ist dein Abendessen.
Darauf kaust du herum und gehst schlafen.
Und ich will nicht hören, wie du nachts auf die Toilette gehst.
Die Dielen knarren, du könntest mich wecken, und ich muss morgen früh aufstehen, das Kleid zum Dämpfen bringen.
Er verließ die Küche und schlug laut die Tür zu, damit der Geruch des Mülleimers nicht in den „Thronsaal“ drang.
Natalja blieb allein zurück.
Sie sah auf den Mülleimer, in dem zwischen den Schalenresten ihr Abendessen lag.
Ihre Hände zitterten nicht.
Sie weinte nicht.
Da war nur noch kristallklare, klingende Klarheit.
Sie holte den Fisch aus dem Eimer.
Ganz ruhig spülte sie ihn unter dem Wasserhahn ab.
Dann holte sie ebenso ruhig aus dem Schrank eine alte, rußige Bratpfanne, die Sergej nicht bemerkt hatte.
Sie stellte sie auf den Herd.
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