— Meine Schwester braucht eine prachtvolle Hochzeit, sie heiratet nur einmal!

Natalja stand an der Spüle und spürte, wie der blaue Fleck an ihrem Arm pochte, dort, wo ihr Mann sie gepackt hatte.

Hinter ihrem Rücken begann Ira, beruhigt und zufrieden über ihren Sieg, wieder zu zwitschern und mit dem Finger auf Bilder zu tippen.

— Natürlich, drei Etagen, mit Fondant!

Und oben Figuren, ich habe Porträtfiguren bestellt, sehr teuer, aber das ist doch eine Erinnerung fürs ganze Leben…

Und die Kaffeemaschine nimm besser in Silber, die passt zur Küche.

Natalja sah auf das Wasser, das in den schmutzigen Abfluss lief.

Es schien ihr, als würde mit diesem Wasser der letzte Rest ihrer Selbstachtung in die Kanalisation gespült.

Aber tief in ihr, unter den Schichten aus Kränkung und Angst, begann sich ein kalter, schwerer Klumpen zu formen.

Er war noch nicht reif zur Explosion, doch der Mechanismus hatte bereits zu ticken begonnen.

Zwei Tage vor dem „Ereignis des Jahrhunderts“ gehörte die Wohnung endgültig nicht mehr ihnen.

Als Natalja am Abend, nach einer Zwölfstundenschicht vor Erschöpfung kaum noch die Beine hinter sich herziehend, den Schlüssel ins Schloss steckte, konnte sie die Tür nicht ganz öffnen.

Etwas Weiches, Voluminöses und Raschelndes versperrte den Weg.

Irgendwie zwängte sie sich durch den schmalen Spalt und blieb wie angewurzelt stehen.

Mitten in ihrem einzigen Zimmer, vom Türrahmen an einem eigens eingeschlagenen Nagel hängend, hing Es.

Das Hochzeitskleid.

Groß, bauschig, in einen dichten, undurchsichtigen weißen Kleidersack gehüllt, erinnerte es an einen gigantischen Kokon eines fremden Wesens, das beschlossen hatte, ihre Wohnung zu erobern.

Das Gebilde nahm gut die Hälfte des freien Raums ein, versperrte den Weg zum Sofa und nahm dem Fenster das Licht.

Sergej lief auf Zehenspitzen um diesen weißen Eisberg herum wie ein Priester um eine Gottheit.

In der Hand hielt er eine Sprühflasche mit Wasser, aber er sprühte nicht auf das Kleid, sondern in die Luft ringsherum, um den Staub niederzuschlagen.

— Vorsicht!

— zischte er wie eine Schlange, kaum dass Natalja einen Schritt tiefer ins Zimmer machte.

— Lehn dich nicht daran!

Du bist in Straßenkleidung, an dir sind Mikroben und der Dreck der Stadt.

Ira hat gebeten, das Kleid bei uns zwischenzulagern.

Bei ihnen zu Hause herrscht Chaos, Gäste sind angekommen, rauchen auf dem Balkon, und der Stoff nimmt Gerüche sofort auf.

Das ist italienische Spitze, Natascha, die ist so viel wert wie deine Niere.

Natalja stellte die schwere Tasche auf den Boden.

Drinnen klirrten billige Nudeln gegeneinander.

Sie sah ihren Mann an, dann diesen weißen Sarg, der nun Herr im eigenen Haus war.

— Serjoscha, machst du Witze?

— fragte sie leise.

— Bei uns liegt die Luftfeuchtigkeit bei achtzig Prozent.

Der Pilz kriecht schon über die Fußleisten.

Wenn diese Spitze bis morgen früh schimmelt, bin dann ich schuld?

— Beschrei es nicht!

— fuhr ihr Mann sie an und strich liebevoll über die Plastikseite des Kleidersacks.

— Ich habe an alles gedacht.

Fenster nicht öffnen — damit kein Rauch von der Straße reinkommt.

Wäsche nicht auf dem Balkon trocknen — damit die Luftfeuchtigkeit nicht steigt.

Und übrigens, was das Abendessen betrifft.

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