Wenn du jetzt nicht sofort ein normales Gesicht machst und mit deiner Hysterie aufhörst, setze ich dich vor die Tür zum Durchlüften.
Missgünstige Kröte.
Es frisst dich einfach auf, dass Irka jung und schön ist und ein Fest haben wird, das du nie hattest.
Er steckte die Hand in die Tasche seiner Shorts, zog einen zerknitterten Umschlag aus dichtem perlmuttfarbenem Papier mit Goldprägung heraus und warf ihn Natalja ins Gesicht.
Die Ecke des Umschlags kratzte schmerzhaft über ihre Wange.
— Hier, schau ihn dir an.
Die Einladung.
Und merk dir: Wir gehen dahin als Ehrengäste.
Und du kaufst von deinem nächsten Gehalt ein ordentliches Geschenk.
Eine Mikrowelle oder eine Kaffeemaschine, eine gute, nicht so billigen Plastikschrott.
Wir dürfen uns vor den neuen Verwandten nicht blamieren.
Natalja stand reglos da, während der Umschlag langsam auf den schmutzigen Boden segelte, direkt in eine Pfütze aus verschüttetem Tee.
Das Perlmutt begann sofort dunkler zu werden und die braune Brühe aufzusaugen.
— Ich werde nirgendwo hingehen, — sagte sie.
— Doch, — Sergej packte sie an der Schulter und drückte seine Finger so fest hinein, dass blaue Flecken entstehen würden.
— Du gehst hin, wirst lächeln und Trinksprüche ausbringen.
Sonst verschwinde sofort aus dieser Wohnung.
Ich bezahle in diesem Monat die Miete, also bestimme ich hier die Bedingungen.
Hast du mich verstanden?
Er stieß sie zur Spüle, die voller schmutzigem Geschirr war, drehte sich um und verließ die Küche mit laut schlurfenden Pantoffeln.
Eine Sekunde später drangen aus dem Zimmer Fernsehgeräusche — er hatte Fußball eingeschaltet, als wäre überhaupt nichts passiert.
Natalja blieb stehen und hörte, wie aus dem Wasserhahn monoton und hoffnungslos das Wasser tropfte: plopp, plopp, plopp.
Jeder Tropfen zählte die Sekunden ihres zusammengebrochenen Lebens, das nun genau einen einzigen Tag fremden Besäufnisses wert war.
Und auf dem Boden, in der Teepfütze, verschwammen die goldenen Buchstaben: „Wir laden zum Fest der Liebe ein.“
Am nächsten Abend stürmte das Fest in ihre modrige, von Feuchtigkeit durchtränkte Wohnung.
Genauer gesagt, es klingelte fordernd und beharrlich an der Tür — drei kurze, ein langer Ton.
Es war Ira.
Mit ihr trat eine Wolke aus schwerem, süßem Parfüm über die Schwelle, die augenblicklich eine chemische Reaktion mit dem Schimmelgeruch einging und eine widerwärtige Mischung erzeugte.
Die Schwester ihres Mannes sah aus, als sei sie gerade den Seiten eines Hochglanzmagazins entstiegen, das zufällig in eine schmutzige Pfütze gefallen war.
Ein beiger Trenchcoat, perfekt gelegte Locken, frische Maniküre.
Sie verzog angeekelt das Näschen, als sie über das aufgequollene Linoleum im Flur stieg, und dachte nicht einmal daran, die Schuhe auszuziehen.
— Pfui, Serjoschka, was habt ihr hier für eine Atmosphäre, — zog sie anstelle einer Begrüßung heraus und küsste ihren Bruder auf die Wange.
Auf Natalja glitt ihr Blick wie über ein Möbelstück, das man vergessen hatte, auf den Müll zu werfen.
— Ihr hättet wenigstens mal lüften können.
Hier ist es ja wie im Keller, ehrlich.
— Das ist nur vorübergehend, Irisch, du weißt doch, wir sind hier nicht mehr lange, — beeilte sich Sergej zu sagen und strahlte mit einem Lächeln, das Natalja seit mindestens drei Jahren nicht mehr gesehen hatte.
Er schoss in die Küche, um einen Hocker zu holen, denn auf das alte Sofa mit den Flecken würde sich die „Prinzessin“ offensichtlich nicht setzen.
— Komm rein, komm rein, willst du Tee?
Natascha, stell den Wasserkocher an!
Und hol die Kekse raus, diese Jubiläumsdinger, die ich gestern gekauft habe.
Natalja drückte schweigend auf den Knopf des Wasserkochers.
Ihre Hände zitterten.
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