Wohnung verloren, Zukunft verloren? Deutschlands stille Krise

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die keine eigene Wohnung haben, erreicht einen neuen Höchststand. Die geplanten Sozialreformen der Regierung könnten das Problem verschärfen.

Die Wohnungslosenhilfe schätzt, dass aktuell mehr als 1,029 Millionen Menschen wohnungslos sind. Die Wohnungssuche kann aber auch gelingen, zeigt ein Beispiel aus Berlin.

17.11.2025 | 1:41 min


Wenn André Sommer den Schlüssel in die Tür seiner Wohnung steckt, ist das für ihn immer noch ein besonderer Moment. Seit acht Wochen hat er erst wieder eine eigene Wohnung. "Das Gefühl nach Hause zu kommen, ist schon etwas anderes: die Privatsphäre, man weiß, man hat ein Dach über dem Kopf, man kann leben und man wird nicht mehr unruhig", sagt der 61-Jährige.

In den vergangenen 15 Jahren hat er in einem kleinen Zimmer in einem Wohnheim in Berlin-Reinickendorf gelebt. Er berichtet davon, dass er oft versucht habe, wieder eine eigene Wohnung zu finden - wegen seiner Vergangenheit sei das aber immer wieder gescheitert.

Nachdem sich seine Frau von ihm getrennt und sein Arbeitgeber ihm gekündigt hatte, verlor der frühere Kraftfahrer den Halt. Er häufte Mietschulden an und musste deshalb seine Wohnung räumen. Die Folge: ein Schufa-Eintrag, der potentielle neue Vermieter abschreckte. Irgendwann resignierte Sommer, fand sich mit seinem Zimmer im Wohnheim ab.

Wer seine Wohnung verliert, findet nur schwer eine neue

So wie André Sommer geht es vielen, die für längere Zeit in Wohnheimen oder Notunterkünften unterkommen müssen, berichtet Moritz Preuß, Sozialarbeiter bei der Stadtmission in Berlin.

Viele stecken anfangs viel Energie in die Wohnungssuche, finden aber nichts, resignieren und richten sich dann in der Situation ein.

Moritz Preuß, Sozialarbeiter bei der Berliner Stadtmission

Erschwerend käme oft hinzu, dass viele Wohnungslose psychische Probleme hätten und ihre Probleme nicht mehr allein bewältigen könnten. Auch das mache es kompliziert, sie in Wohnungen zu vermitteln. Viele Vermieter seien auch nicht bereit, Menschen aus Notunterkünften oder Wohnheimen eine Chance zu geben.

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Laut einer Studie des Pestel-Instituts bremst der Wohnraummangel die Wirtschaft. Es fehlen mehr Wohnungen als gedacht. Die Regierung will mit einem Bauturbo handeln.

06.10.2025 | 1:32 min

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