Bezahlbare Wohnungen: Die Konkurrenz ist groß
Hinzu kommt: Die Konkurrenz auf dem Markt für bezahlbare Wohnungen ist sehr groß. Darauf weist Monika Breuer von der Berliner Stadtmission hin.
Viel wichtiger sei es in ihren Augen deshalb, dass Menschen ihre Wohnung gar nicht erst verlören, dass eine Räumung auf jeden Fall verhindert werden müsse. Ist die Wohnung erst einmal weg, sei der Weg zurück schwer und kostspielig.
Es ist auf jeden Fall billiger, die Miete für eine kleine Wohnung zu zahlen als mehr als tausend Euro für einen Platz im Wohnheim.
Monika Breuer, Berliner Stadtmission
Reformpläne könnten das Problem verschärfen
Hauptursachen für Wohnungslosigkeit sind Miet- und Energieschulden, Trennung oder Scheidung und ein Ortswechsel. Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die den Großteil der Wohnungslosen ausmachen (80 Prozent), hatten mehrheitlich noch keine Wohnung in Deutschland.
Damit die Zahlen nicht weiter steigen, brauche es deutlich mehr Wohnungen im sozial geförderten Sektor, fordert die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Sabine Bösing. Man müsse jedoch nicht nur mehr bauen, sondern auch den Bestand besser nutzen, auch Gewerberäume. Es gebe viel Leerstand, den man nutzen könne.
Bösing befürchtet, dass die geplanten Änderungen bei den Sozialleistungen die Wohnungslosigkeit verschärfen. Vor allem die stärkeren Sanktionen könnten dazu führen, dass im schlimmsten Fall Leistungen wie Mietzahlungen gestrichen würden und Menschen ihre Wohnung verlieren.
In Deutschland lebt die Mehrheit zur Miete. Viele Familien kämpfen mit zu hohen Kosten und zu kleinen Wohnungen, wie der aktuelle Bericht des Deutschen Mieterbunds zeigt.
06.11.2025 | 1:28 min
Mehr Sozialwohnungen gefordert
Neben den geplanten Sanktionen beim Bürgergeld verfolgt die Bundesregierung jedoch auch das Ziel, die Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Das soll unter anderem mit deutlich mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau gelingen.
Die wohnungspolitische Sprecherin der Linken, Caren Lay, begrüßt grundsätzlich das Ziel der Bundesregierung, weist aber darauf hin, dass die Zahl der Sozialwohnungen weiter abnehme, trotz hoher Investitionen.
Zudem fehle es an einem besseren Mieterinnen- und Mieterschutz und es gebe weiterhin zu viele Zwangsräumungen.
Alexander Eschment ist Korrespondent im ZDF-Studio in Berlin.
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