Du hast beschlossen, mich jetzt in Stich zu lassen, wo wir einen Notfall haben?!
— Du hast einen Notfall, Serjoscha, — verbesserte sie ihn mit kalter, fremder Stimme.
— Und ich habe Befreiung.
Erinnerst du dich, was du mir vor zwei Tagen entgegengeschrien hast?
„Meine Schwester braucht eine prachtvolle Hochzeit, sie heiratet nur einmal, und die Hypothek nehmen wir später auf, du wartest eben noch ein Jahr in dieser gemieteten Bruchbude.“
Ich habe mir jedes Wort gemerkt.
So also.
In dieser Bruchbude werde ich nicht länger warten.
Sergej schlug sich an den Kopf und lief wieder zum Kleid.
Er begann hektisch, es mit seinem teuren Eau de Cologne einzusprühen und den Fischgeruch mit dem scharfen Duft von Moschus zu vermischen.
Der entstehende Cocktail rief Brechreiz hervor.
— Du gehst nirgendwohin!
— schrie er und spuckte dabei.
— Du beschaffst jetzt sofort Geld!
Leih es dir, stiehl es, gebär es — mir egal!
Wenn Ira erfährt, dass das Kleid nach Seelachs stinkt, sagt sie die Hochzeit ab!
Begreifst du, was du getan hast, du neidische Schlampe?!
Du hast einen Traum zerstört!
— Einen Traum auf meine Kosten?
— Natalja griff nach dem Griff ihres Koffers.
— Dann soll deine Prinzessin nach dem riechen, wonach ihr Bruder lebt.
Nach billiger Angeberei und Fäulnis.
Das ist der ehrlichste Geruch für eure ganze Sippe.
— Hau ab!
— kreischte Sergej, als er begriff, dass es kein Geld geben würde.
— Hau ab von hier!
Ich will deinen Atem hier nicht mehr spüren!
Aber merk dir, ich werde dir das Leben zur Hölle machen!
Du wirst zu mir zurückgekrochen kommen, wenn dir das Geld ausgeht, und mich anflehen!
Natalja lächelte.
Es war ein furchtbares Lächeln — ohne den geringsten Hauch von Freude.
— Serjoscha, du hast anscheinend ein Detail vergessen.
Der Mietvertrag für diese Wohnung läuft auf meinen Namen.
Der Vermieter hat die Verzögerungen nur geduldet, weil ich mit ihm verhandelt habe.
Gestern habe ich ihn angerufen und gesagt, dass wir ausziehen.
Ich habe den Vertrag gekündigt.
Sergej ließ die Flasche Eau de Cologne aus der Hand fallen.
Das Glas klirrte kläglich auf den Boden, zerbrach aber nicht.
— Was?
— Er kommt heute um zwölf die Schlüssel holen, — Natalja sah auf die Wanduhr.
— Genau dann, wenn bei euch die Brautauslösung sein wird.
Du hast ein paar Stunden Zeit, um deine Sachen, dieses stinkende Kleid und dich selbst auf die Straße zu schaffen.
Die Kaution bekommt ihr nicht zurück, sie wird mit dem letzten Monat verrechnet, den du auf Limousinen versoffen hast.
Also hast du überhaupt kein Geld mehr.
Es klingelte an der Tür.
Das Taxi.
— Du lügst… — flüsterte Sergej und sank auf den Hocker.
Um ihn hing eine Wolke aus Fischgestank, und mitten im Zimmer schaukelte wie ein weißer Geist das verdorbene Kleid für zweihunderttausend.
— Du konntest so etwas nicht tun.
Wir sind doch Familie.
Natalja trat zur Tür und stieg über die Pfütze verschütteten Tees, die immer noch niemand aufgewischt hatte.
— Deine Familie heiratet heute, Serjoscha.
Und ich — ich bin nur diese geldgeile Giftschlange, die müde geworden ist, Pfennige zu zählen.
Sie öffnete die Tür, rollte den Koffer auf den Treppenabsatz hinaus und schlug die Tür hinter sich zu, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Das Krachen der zufallenden Tür klang wie ein Schuss, der einen endgültigen Punkt unter ihr gemeinsames Leben setzte.
Sergej blieb allein zurück.
In der Stille der Wohnung hörte man nur, wie in der vom Schimmel zerfressenen Ecke der Küche ein Stück Putz von der Decke fiel und direkt auf den Kleidersack klatschte, wobei es auf dem schneeweißen Stoff einen grauen, schmutzigen Fleck hinterließ.
Unter dem Kleidersack zog verräterisch der Geruch von gebratenem Fisch hervor, und dieser Geruch war nun der Geruch seiner Zukunft…
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