Ex-Flugbegleiter soll sich bei Airlines Gratisflüge erschlichen haben: Wie?

Die Behörden melden: Eine ehemalige Flugbegleiterin nutzte jahrelang Vergünstigungen der Airline aus. Das wirft Fragen zu Pannen bei Sicherheitskontrollen auf.

Ein ehemaliger Flugbegleiter soll sich als Pilot und als Airline-Mitarbeiter ausgegeben haben. Nach Angaben der US-Behörden täuschte er drei US-Fluggesellschaften und erhielt über vier Jahre Hunderte kostenlose Tickets. Wie genau er vorgegangen sein soll und warum die Airlines den Betrug nicht früher bemerkten, gibt Branchenkennern Rätsel auf.

Dallas Pokornik, 33, aus Toronto, wurde in Panama festgenommen, nachdem ihm im vergangenen Oktober vor einem Bundesgericht in Hawaii Betrug über elektronische Kommunikationsmittel zur Last gelegt worden war. Nach seiner Auslieferung in die USA plädierte er am 20. Januar auf nicht schuldig. Sein Pflichtverteidiger auf Bundesebene wollte den Fall nicht kommentieren.

Laut Gerichtsakten arbeitete Pokornik von 2017 bis 2019 als Flugbegleiter bei einer in Toronto ansässigen Airline. Danach nutzte er gefälschte Mitarbeiterausweise dieses Unternehmens, um bei drei anderen Fluggesellschaften Tickets zu bekommen, die eigentlich Piloten und Flugbegleitern vorbehalten sind. Warum die Airlines in einer Branche mit starkem Fokus auf Flug- und Flughafensicherheit die falschen Ausweise nicht erkannten, erklären die Akten nicht.

Die Anklageschrift nennt keine der betroffenen Airlines. Sie erwähnt lediglich, dass die US-Fluggesellschaften ihren Sitz in Honolulu, Chicago und Fort Worth, Texas, haben. Ein Sprecher von Hawaiian Airlines sagte am 21. Januar, das Unternehmen kommentiere keine Gerichtsverfahren. United Airlines und American Airlines reagierten zunächst nicht auf E-Mails der Nachrichtenagentur The Associated Press.

Die kanadische Fluggesellschaft Porter Airlines mit Sitz in Toronto teilte per E-Mail mit, man sei „nicht in der Lage, Informationen zu dieser Geschichte zu verifizieren“. Air Canada mit Sitz in Montréal und einem großen Drehkreuz in Toronto erklärte, es gebe keinen Nachweis dafür, dass Pokornik dort beschäftigt war.

Vorwürfe überraschen Branchenexperten

John Cox, ein pensionierter Pilot, der in St. Petersburg, Florida, ein Unternehmen für Luftfahrtsicherheit betreibt, nannte die Vorwürfe überraschend. Denn Airlines können Beschäftigungen von Crewmitgliedern, die bei einer anderen Airline fliegen wollen, normalerweise über Kreuz prüfen.

Airlines greifen dafür meist auf Datenbanken mit aktiven Mitarbeitern zurück, die von Drittanbietern gepflegt werden, um den Status zu prüfen.

„Das Einzige, was ich mir vorstellen kann: Er war dort nicht als ausgeschieden geführt“, sagte Cox am Telefon. „Wenn am Gate geprüft wurde, erschien er dadurch als gültiger Mitarbeiter.“

Passagierairlines bieten solche kostenlosen oder stark vergünstigten Standby-Plätze, wenn verfügbar, ihren eigenen Crews und auch denen anderer Airlines an. Diese Praxis hilft der Branche, weil Crews so schneller dorthin kommen, wo sie gebraucht werden.

Mitarbeitende dürfen die Vergünstigung auch für ihre engsten Familienangehörigen bei Privatreisen nutzen. Manchmal sitzen sie auf einem der „Jumpseats“ mit Schultergurten im Cockpit oder in der Kabine. Für Privatreisen sind die Cockpit-Jumpseats nach US-Bundesrecht jedoch tabu.

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